Talent Career - Hürde Bacheloroder Masterarbeit

Talent Career – Nr. 8/2016, Seite 8
Autor: Dr. Edoardo Beretta, Assistent des Examensdelegierten an der Università della Svizzera italiana (USI), Adjunct Professor an der Franklin University Switzerland

Hürde Bachelor- oder Masterarbeit? Nicht unbedingt!

 


Es bestehen keine Zweifel daran, dass die Studienwahl zu den zukunftsprägendsten Entscheidungen im Leben gehört. Von ihr hängt zumeist ab, welchen Weg jemand für seine berufliche Zukunft einschlagen wird. Nachdem ein Entscheid getroffen worden ist und Studierende begonnen haben, mit dem Hochschulalltag aus Vorlesungen, Lernen und Prüfungen zurechtzukommen, steht für viele noch die (gefühlt) heikelste Phase bevor: die Bachelor- oder Masterarbeit.

Gerade der endgültige Nachweis selbstständigen, wissenschaftlichen Arbeitens wird allzu häufig zur tückischsten aller Hürden. Aber warum eigentlich? Einerseits gestaltet sich die Suche nach dem passenden Betreuer oft schwer. Andererseits werden Studierende abrupt mit Anforderungen konfrontiert, denen sie sich bislang noch nicht stellen mussten: Entwicklung eines geeigneten Themas, Quellensuche, Umgang mit einer Fachsprache und Einhaltung des vorgegebenen Zeitplans sind nur einige der Hindernisse auf dem Weg zum ersehnten Studienabschluss.

Die potenziell interessanteste Phase des Studiums kann also schnell in einem Chaos enden, das mit Zeitmangel (insbesondere bei beruflicher Nebentätigkeit) oder gar Schreibblockaden gespickt ist. Damit doch noch Freiheits- und Selbstbestimmungsgefühle – schliesslich steht man knapp vor der Ziellinie – überwiegen, ist die Befolgung einiger einfacher Grundsätze wichtig. Diese lassen sich in zwei Kategorien unterteilen, je nachdem ob sie sich auf die Vorbereitungs- oder Schreibphase beziehen.

Die wichtigsten Grundsätze für eine erfolgreiche Vorbereitungsphase:

1. Wahl des Betreuers
Nach dem Henne-Ei-Problem stehen Studierende zunächst vor der Grundsatzfrage, ob zuerst das Thema oder der Betreuer ausgewählt werden soll. Am einfachsten ist es, wenn man einen Professor bereits aus den Vorlesungen kennt und dessen Forschungsinteressen einen besonders ansprechen. In diesem Fall kann die Suche nach der passenden Betreuungsperson vermutlich sehr schnell abgeschlossen werden. Wenn man jedoch ein spezifisches Thema behandeln will, den passenden Dozenten aber noch nicht kennt, dann muss man sich auf die Suche machen. Dies mag komplizierter klingen, als es in der Realität wirklich ist. Nachdem man den Dozenten gefunden hat, gilt es allen Mut zusammen zu nehmen und die betreffende Person zu kontaktieren. Selbstverständlich gehört dazu ein professionelles Auftreten – Pünktlichkeit, Höflichkeit, seriöse Vorbereitung, etc.

2. Wahl des Themas
Es gibt eine leider oft vernachlässigte Fundamentalregel, um Professor und Thema der eigenen Wahl für sich zu gewinnen: Klare Vorstellungen haben. Studierende sollten bei der Kontaktaufnahme mit dem anvisierten Betreuer am besten auch ein kurzes Exposé (evtl. sogar mit Literaturangaben) einreichen. Damit lässt sich nicht nur Eindruck machen, sondern vor allem auch verhindern, dass Dozenten die Studierenden auf andere Themen umleiten könnten.

3. Regelmässigkeit
Um eine gelungene Bachelor- oder Masterarbeit zu verfassen, ist es notwendig, bereits vorgängig mit dem Betreuer zu fixieren, in welchen Abständen er über die jeweiligen Fortschritte informiert werden oder Geschriebenes zugesandt bekommen möchte. Solche Zwischenstopps, die zu gewissen Sorgen bei Studierenden führen können, sind nötig, um mit dem Professor in Kontakt zu bleiben und rechtzeitig von fachlichen und formalen Inputs zu profitieren. Zugleich wird der Betreuer darüber informiert, dass der Betreute «am Ball geblieben ist», was sich schlussendlich positiv auf die Bewertung auswirken wird.

4. Kontakte knüpfen
Egal, ob die Themenwahl besonders enge Beziehungen zu Unternehmen oder Behörden ermöglicht, kann jede Bachelor- oder Masterarbeit eine gute Möglichkeit sein, um hinsichtlich der eigenen Karriere nutzenstiftende Kontakte zu knüpfen. Das Motto sollte daher immer lauten: Selbstständig arbeiten, aber möglicherweise interessierte Personen von der eigenen Arbeit wissen lassen.

Hat man die Vorbereitungsphase erfolgreich abgeschlossen, ist man der Zielgeraden bereits ein grosses Stück nähergekommen. Nichtsdestotrotz sollte man aber die eigentliche Schreibphase nicht unterschätzen. Auch in diesem Fall lassen sich bei Beachtung einiger Grundsätze viele Fehltritte rechtzeitig vermeiden.

Die wichtigsten Grundsätze für eine erfolgreiche Schreibphase:

1. Systematik ist alles
Für das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit ist strukturiertes Denken unersetzlich. Zudem sollte man sich schon früh informieren, wie und wo man die relevante Literatur findet oder Datenbanken abrufen kann. Kurzum: Das Suchen in Bibliotheken, Abrufen von Datenbanken oder strukturiertes Schaffen muss vorgängig gelernt sein, um sich nicht zu schnell überfordert zu fühlen.

2. Zeitfaktor
Sollte man je auf den Gedanken gekommen sein, dass sich eine wissenschaftliche Arbeit in kürzester Zeit verfassen liesse, so hat man sich sehr getäuscht. Nichtsdestotrotz sollte man sich für das Verfassen der Arbeit aber auch nicht unendlich viel Zeit lassen. Der Spass an der Arbeit geht dann nämlich verloren. Zudem gibt es an vielen Schweizer Hochschulen ein Zeitlimit. Ein zügiges Vorankommen ist also wesentlich.

3. Schummeln gilt nicht
Jede wissenschaftliche Arbeit – und das ist eine Bachelor- oder Masterarbeit – muss selbstständig verfasst werden. Alle verwendeten Quellen haben im Text und im Literaturverzeichnis zu erscheinen. Wird nicht richtig zitiert, gibt es heute hochentwickelte Software, um solche Praktiken aufzudecken. Dass dies nicht immer so seriös genommen wird, bezeugen verschiedene Plagiatsvorfälle und andere Formen des akademischen Fehlverhaltens.

Nachdem die Bachelor- oder Masterarbeit fertig erstellt und eingereicht wurde, muss diese an verschiedenen Hochschulen auch noch vor einem Ausschuss verteidigt werden. Diese Präsentation sorgt bei vielen Studierenden zusätzlich für schlaflose Nächte – insbesondere bei denjenigen, die während des Studiums fast ausschliesslich schriftliche Prüfungen zu bestehen hatten. Für eine erfolgreiche Präsentation gilt jedoch immer: Ruhe bewahren, eine gut strukturierte Präsentation erstellen und mit viel Begeisterung vortragen. Alles Weitere ergibt sich dann (fast) von selbst.

Neben all diesen Ratschlägen sollte man nie vergessen, dass das Verfassen einer Bachelor- oder Masterarbeit die beste Zeit des ganzen Studiums sein kann. Man ist frei von anderen Prüfungen, kann endlich einmal selber zu Wort kommen und kann ein Thema eigenen Interessens durchleuchten. Hoffen wir, dass auch Ihre Abschlussarbeit zum i-Tüpfelchen des Studiums wird!

 


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